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DIN-zertifizierte Übersetzungen

10.02.2015
Thema Terminologie

Terminologiemanagement: Optionen der Terminologieerstellung

Ein neues Jahr bringt oft neue Vorsätze mit sich. Falls ein Vorsatz für dieses Jahr der Aufbau einer systematischen Terminologiearbeit ist, bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, diesen in die Tat umzusetzen:

Terminologieextraktion

Aus vorhandenen Dokumenten (Bedienungsanleitungen, Stücklisten, Broschüren etc.) wird die verwendete Terminologie extrahiert. Dieses Vorgehen eignet sich vor allem für eine initiale Terminologieerstellung, wenn also noch keine oder nur wenig umfangreiche Terminologielisten vorhanden sind und der Bestand in einer Sprache aufgebaut werden soll. 
Für die Extraktion gibt es sowohl linguistische als auch rein statistische Tools. Letztere filtern aus einem Dokument häufig verwendete Wörter heraus, sodass ein Grundbestand der Terminologie erstellt werden kann. Da hierbei – im Gegensatz zu linguistischen Tools – die Wortformen (z.B. Pluralformen, Konjugationen) nicht automatisch in Ihre Grundform gebracht werden, ist eine anschließende sprachliche Bereinigung des Ergebnisses notwendig. Sowohl die Extraktion als auch die sprachliche Bereinigung kann dabei von einem Sprachdienstleister übernommen werden. Durch eine alphabetische Sortierung der Ergebnisse können auch Inkonsistenzen, wie z.B. die Schreibung mit und ohne Bindestrich, direkt erkannt werden. Die entstandene Terminologieliste sollte anschließend innerhalb des Unternehmens inhaltlich überprüft und freigegeben werden. Für diese Prüfung empfiehlt es sich, vorab einen kleinen Leitfaden mit den wichtigsten Aspekten zusammenzustellen, auf die bei der Bereinigung zu achten ist (z.B. Schreibung von Produktnamen, Kompositabildung etc.).

Kontinuierlicher Terminologieaufbau

Ist die Unternehmensterminologie bereits in einer oder mehreren Sprachen vorhanden und soll in weiteren Sprachen erstellt werden, bietet sich die Übersetzung der Terminologie an.
Diese erfolgt idealerweise vor dem ersten Übersetzungsprojekt oder zumindest parallel dazu. Damit es im ersten Fall keine kontextlose „Ein-Wort-Übersetzung“ wird, ist es hilfreich, wenn die vorhandene Terminologie Erklärungen, Kontextsätze oder Abbildungen enthält. Falls die Möglichkeit besteht, die Übersetzungen durch Länder- oder Tochtergesellschaften prüfen und freigeben zu lassen, sollte dies genutzt werden. Durch die Übersetzung der Terminologie in neue Unternehmenssprachen wird eine einheitliche Verwendung des Fachwortschatzes sichergestellt, was auch zu einer deutlichen Reduzierung des Korrekturlaufs beiträgt. 
Neue Produkte, Dienstleistungen oder neue Arbeitsbereiche erfordern eine kontinuierliche Terminologieerweiterung, um neu entstandene Terminologie in den bisherigen Bestand zu integrieren. Texte sollten daher einsprachig schon während der Texterstellung durch den Redakteur auf neue Fachwörter hin überprüft werden. Eine weitere Möglichkeit bietet die übersetzungsbegleitende Terminologieerweiterung, bei der der Übersetzer neue Termini in der Ausgangs- und Zielsprache vorschlägt. Durch dieses Vorgehen entspricht der Terminologiebestand immer dem aktuellen Stand der Unternehmenssprache.

Weitere Informationen zum Thema Terminologie finden Sie auch im Bereich Terminologiemangement.


Keywords: Terminologiemanagement, Terminologieextraktion, Unternehmensterminologie, Unternehmenssprache, Fachwortschatz, Terminologieerweiterung