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DIN-zertifizierte Übersetzungen

Übersetzungen ins Japanische – Besonderheiten einer einzigartigen Sprache

Um Japanisch zu verstehen, muss man nicht nur die Worte, sondern auch ein ganz anderes Grammatik- und Schriftsystem verstehen: Die Sprache ist mit keiner anderen Sprache verwandt, auch wenn es oft heißt, die grammatikalische Struktur ähnele dem Koreanischen und häufig fälschlicherweise angenommen wird, die Schrift sei identisch mit der chinesischen. Das japanische Schriftsystem verwendet 3 unterschiedliche Schriftzeichensätze: ca. 6000 chinesische Schriftzeichen (漢字Kanji) sowie zwei davon abgeleitete Silbenschriften (ひらがなHiragana und カタカナKatakana). In einem typisch japanischen Satz – und damit auch in jeder japanischen Übersetzung – werden alle drei Schriftsysteme jeweils für verschiedene Satzelemente verwendet.

Das Hiragana- und das Katakana-Alphabet sind identisch, sie unterscheiden sich nur in ihrer Schreibweise und ihrer Verwendung. Die Katakana werden für Lehn- und Fremdwörter genutzt, die auch im Japanischen immer mehr Verwendung finden. Mit der Übernahme der chinesischen Schrift wurden im Japanischen viele chinesische Wörter verankert. Die meisten Lehnwörter stammen aber heute auch im Japanischen aus dem Englischen (rent-a-car = レンタカー rentakā, tower = タワー tawā, etc.). Sogar einige französische (schwänzen = サボる saboru von „sabot“), niederländische (Kaffee = コーヒー kōhī von „koffie“) und portugiesische (Brot = パン pan von „pão“) Lehnwörter sind geschichtlich bedingt zu finden. Von Mitte des 19. bis ins 20. Jahrhundert hinein orientierte sich die japanische Medizin an der deutschen. Daher haben sich vor allem in der Medizin viele deutsche Begriffe erhalten (Patientenkarte = カルテ karute). Auch das japanische Wort für Bier
„ビール bīru“ ist ein Lehnwort aus dem Deutschen. 

Oftmals wurde die exakte Bedeutung bei der Übernahme ins Japanische leicht geändert (アルバイト arubaito von „Arbeit“ wird für "jobben" verwendet) oder neu erfunden (ナイター naitā (nighter) für ein Baseballspiel spätabends). So muss man bei der Übersetzungen aus dem Japanischen ins Deutsche aufpassen, dass man nicht auf einen sogenannten „Falschen Freund“ hereinfällt und das Wort richtig übersetzt. Ein „smarter“ Mensch ist in Japan z. B. nicht zwingend intelligent, sondern schlank!

Traditionell wird Japanisch von oben nach unten und von rechts nach links geschrieben. Insbesondere seit dem Einzug der elektronischen Textverarbeitung wird aber auch "ganz normal" von links nach rechts geschrieben. Im täglichen Gebrauch und besonders in der Werbung werden beide Schreibrichtungen und alle Schriftsysteme oft gemischt. Bei der Lokalisierung oder Übersetzung ins Japanische ist also im Layout unbedingt zu beachten, wofür der Text verwendet werden soll.

Auch die Zahlen werden unterschiedlich dargestellt. Nicht nur gibt es japanische Schriftzeichen pro Zahl, darüber hinaus ist das Stellenwertsystem nicht in Tausendern, sondern in Myriaden gruppiert. So gibt es eigene Zahlwörter für die Zahlen 10.000 und 100.000.000, jedoch keine für Million oder Milliarde. Wenn bei der automatisierten Qualitätssicherung, beispielweise in Translation-Memory-Systemen, Zahlenfehler angezeigt werden, weil z. B. „1 Mio.“ mit „100万“ (100 x 10.000) übersetzt wurde, besteht die Gefahr, dass eine in der japanischen Übersetzung korrekt lokalisierte Zahl von unerfahrenen Prüfern irrtümlich korrigiert wird.

Japanisch – der Schlüssel für Ihren Erfolg auf dem japanischen Markt

Deutschland und Japan teilen Wertvorstellungen und sind politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich auf vielen Ebenen miteinander verbunden. Japan ist nach China wichtigster Wirtschafts- und Handelspartner Deutschlands in Asien. Auch ein EU-Japan Freihandelsabkommen ist in Verhandlung. Des Weiteren ist Japan nach den USA und China weiterhin die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft und verfügt wie Deutschland über eine breit aufgestellte, technologisch hoch entwickelte und exportorientierte Wirtschaftsstruktur, besonders in den Bereichen Maschinen- und Automobilbau sowie in der Elektronik- und der Chemieindustrie.

Die japanische Sprache steht auf der Liste der am häufigsten gesprochenen Sprachen auf Platz 9. Außerhalb Japans wird sie hauptsächlich in den USA und in Brasilien gesprochen. Übersetzungen ins Japanische lohnen sich also, man erreicht damit ca. 130 Mio. Menschen zusätzlich.

Die interkulturelle Kommunikation ist aber nicht immer so ganz einfach: Nicht nur die unterschiedlichen Ebenen der Höflichkeitssprache (敬語 keigo) müssen beachtet und je nach Adressat korrekt angewandt werden. Zu den grundlegenden Wertvorstellungen in der japanischen Kultur gehören das Harmoniebedürfnis und die Sorge, das Gesicht zu verlieren. In der Kommunikation ist man also verpflichtet, auch darauf zu achten, dass der Geschäftspartner nicht brüskiert wird. Direkte Kritik oder ein „Nein“ sollten unbedingt vermieden werden. Die Herausforderung hierbei ist, nicht nur eigene kritische Anmerkungen entsprechend zu verpacken, sondern auch versteckte Kritik des Anderen entschlüsseln zu können. Das stellt auch für die Übersetzung ins Japanische oder die Übersetzung aus dem Japanischen die eine oder andere Herausforderung dar.

Auch in der schriftlichen Korrespondenz gibt es Unterschiede: So kann es in Japan auch vorkommen, dass am Anfang geschäftlicher Korrespondenz Jahreszeitengrüße oder ein gut gemeinter Wunsch für das Unternehmen des Adressaten stehen. Ein deutscher Leser würde sich wohl eher wundern, in der Übersetzung von Geschäftskorrespondenz „Der Frühling ist in diesem Jahr besonders schön. Ich wünsche Ihnen, dass auch Ihr Geschäft blüht“ zu lesen – deshalb lässt man diese Grüße in der Übersetzung bzw. Lokalisierung vom Japanischen ins Deutsche oder in andere Sprachen einfach weg.

Die japanische Sprache kann eine große Hürde sein. Sie ist aber auch der Schlüssel zum Verständnis des ökonomischen Denkens der Japaner. Legen Sie daher Ihre Japanisch-Übersetzungen in gute Hände!

Für Fragen zur japanischen Übersetzung ist Ihnen oneword gern behilflich: kontakt@oneword.de oder direkt an unsere Übersetzungsexpertin für Japanisch: e.tillmann@oneword.de, Tel. +49 7031 / 714 9558.