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DIN-zertifizierte Übersetzungen

Russische Übersetzungen - auch für Weißrussland (Belarus) und die Ukraine?

Russisch wird von rund 165 Mio. Menschen als Muttersprache gesprochen, hauptsächlich in Russland und in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion – der GUS und in den baltischen Republiken. In der Rangliste der Weltsprachen nimmt Russisch den 7. Platz ein und war 2013 nach Englisch und neben Deutsch die zweithäufigste Sprache im Internet. Für 110 Mio. Menschen ist Russisch die Zweitsprache.

Durch den hohen Modernisierungsbedarf der Wirtschaft ist Russland ein wichtiger Absatzmarkt, insbesondere für Investitionsgüter. Was den deutschen Export nach Russland beispielsweise angeht, nahmen im Jahr 2012 Maschinen und Anlagen (22,9%), Fahrzeuge/Fahrzeugteile (22,1%), Chemieerzeugnisse (14,4%) und Elektrotechnik (7,5%) die ersten Plätze ein. Deutsch-russische Übersetzungen rangieren in diesen Fachbereichen, aber auch Allgemein, unter den Top 10 der Sprachkombinationen für Übersetzungen.
 
Ein besonderer Stellenwert kam der russischen Sprache als lingua franca während der Sowjet-Ära zu, welche die Sprachverteilung und den Stellenwert der russischen Sprache in den ehemaligen Sowjetrepubliken nachhaltig beeinflusst hat. Auch heute ist das Russische als gleichberechtigte oder zweite Amtssprache in den ehemaligen Sowjetrepubliken (ohne Baltikum) vertreten. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache in der Wissenschaft, Kunst und Technik. 
Der große Einfluss und häufige Gebrauch der russischen Sprache legt die Frage nahe: Sind russische Übersetzungen für mehrere Zielmärkte geeignet? Welchen Stellenwert haben heute Übersetzungen ins Ukrainische oder weißrussische Übersetzungen?

Russisch, Ukrainisch und Weißrussisch in Übersetzungen: Sprachliche Besonderheiten und Verteilung

Die russische, ukrainische und weißrussische Sprache sind von ihren Wurzeln her eng miteinander verbunden und gehören zur Gruppe der sogenannten ostslawischen Sprachen. Ukrainer, Weißrussen und Russen verstehen sich untereinander in der Regel problemlos – sowohl mündlich, als auch schriftlich. Alle 3 Sprachen basieren auf der kyrillischen Schrift mit geringen Abweichungen im Schriftsystem. Das Weißrussische weist die Besonderheit der phonetischen Schreibweise auf. Das heißt, die Schreibweise orientiert sich streng an der Aussprache, was ein abweichendes Schriftbild des Weißrussischen von den beiden anderen Sprachen bedingt, auch wenn die Aussprache in allen drei Sprachen ähnlich ist. Das Ukrainische ist vom Russischen etwas weiter entfernt als das Weißrussische. Als Beispiel: Lexikalisch liegt die ukrainische Sprache sehr nahe am Weißrussischen (84% gemeinsamer Wortschatz), gefolgt vom Polnischen (70%), Slowakischen (68%) und Russischen (62%).
Die große Ähnlichkeit der ostslawischen Sprachen untereinander hängt jedoch vor allem mit der weitreichenden Russifizierung während der Sowjet-Ära zusammen, die sich sowohl im (Fach-) Wortschatz, als auch im Alltagsgebrauch niederschlägt.

Insbesondere in Weißrussland (rund 9,5 Mio. Einwohner) hat das Russische eine weitgehende Durchdringung erreicht. So verdrängt die russische Sprache das Weißrussische als Alltagssprache fast flächendeckend (75 %) – nur noch 12 % der Weißrussen verwenden das Weißrussische als erste Verkehrssprache. In der Ukraine (45 Mio. Einwohner) sind es durchschnittlich rund 45 % der Bevölkerung, die Russisch als Verkehrssprache angeben. 

Weißrussland stellt nicht nur den Sitz der GUS (Minsk), sondern hat Russisch auch als gleichberechtigte Amtssprache eingeführt. In der Ukraine wurde Russisch erst 2012 und nur regional in der Ostukraine und der Krim als Amtssprache eingesetzt. Vor 2012 war Ukrainisch – im Zuge der Entrussifizierung nach der Sowjet-Ära – alleinige Amtssprache. 

Unter den historischen und aktuellen Gesichtspunkten ist die gegenwärtige Praxis für Übersetzungen ins Ukrainische und Weißrussische verständlich:  
So wird nicht nur häufiger ins Ukrainische als ins Weißrussische übersetzt; Übersetzungen ins Ukrainische sind heute Standard und meistens obligatorisch für den ukrainischen Zielmarkt. Allerdings ist der Zielmarkt in der Sprachverteilung nicht homogen. So liegt der Sprachanteil des Ukrainischen im Westen bei 98%, in der Zentralukraine bei rund 65% und in der Ostukraine und der Krim lediglich bei 5%, wo fast flächendeckend nur Russisch gesprochen wird. 

Eine gegensätzliche Praxis zeigt sich in Bezug auf weißrussische bzw. belarussische Übersetzungen: Durch eine flächendeckende Dominanz des Russischen wird heute in vielen Fällen auf die weißrussische Übersetzung verzichtet und die russische Übersetzung hierfür verwendet, was häufig mit der Kostenfrage einhergeht. Unter bestimmten lokalen Bedingungen oder bei speziellen Produktanforderungen ist die Übersetzung bzw. Lokalisierung ins Weißrussische aber dennoch üblich. 

Wo Budgets für die Übersetzung und Lokalisierung ins Ukrainische oder Weißrussische nicht ausreichen sind oder die Übersetzung einfach nicht gefordert ist, häufig z. B. bei Softwarelokalisierungen, ist aber die russische Übersetzung als „lingua franca“ für viele GUS-Staaten der bessere Ersatz als die englische Übersetzung – zumindest noch gegenwärtig. Das gilt insbesondere auch für Übersetzungen für Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan, Georgien und weitere Staaten der GUS, manchmal auch für Übersetzungen für die baltischen Staaten (Lettisch, Litauisch und Estnisch). Mit der russischen Sprache erreicht man sogar ein großes Zielpublikum in der Mongolei. Immerhin sprechen weltweit 275 Mio. Menschen Russisch. 

Für Fragen zu Übersetzungen ins Russische, Weißrussische, Ukrainische oder zu Übersetzungen für GUS-Staaten und Baltische Republiken, wenden Sie sich bitte an unseren Sprachexperten für Russisch: Paul Ernst, p.ernst@oneword.deTel. +49 7031 / 714 9559.