05.08.2022

Jetzt mitmachen: DIN-Norm-Entwurf für die Evaluierung von Übersetzungen kommentieren

Seit 2019 trägt oneword als ständiges DIN-Mitglied aktiv zur Gestaltung neuer Normen und Standards der Übersetzungsbranche bei. Ganz aktuell steht ISO 5060, eine wichtige neue Norm für die Evaluierung von Übersetzungen, kurz vor der Fertigstellung. Expert:innen und künftige Anwender:innen haben nun Gelegenheit, die Norm im Entwurfsstatus zu kommentieren. Dazu laden wir herzlich ein.

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Im April 2020 fiel der Startschuss: Auf ISO-Ebene wurde das internationale Normungsprojekt ISO 5060 mit dem Ziel ins Leben gerufen, eine Norm zu schaffen, die allgemeine Leitlinien an die Evaluierung von Übersetzungen definiert. Unter Mitarbeit des deutschen Spiegelgremiums, des DIN-Arbeitsausschusses „Übersetzungsdienstleistungen“, und unter der Leitung von Dr. Christopher Kurz und Ilona Wallberg, nahm die Norm über die letzten zwei Jahre Gestalt an und ist nun fertig.

Ohnehin schon engagiertes DIN-Mitglied im Unterausschuss für Übersetzungsdienstleistungen, erachtet oneword auch dieses Projekt als äußerst sinnvoll. Denn ISO 5060 ist ein weiterer wichtiger Baustein für einen normierten Übersetzungsprozess, der mit klar benannten Anforderungen an Übersetzungen von Auftraggeberseite beginnt und mit Übersetzungsqualität endet.

Praxisrelevanter normierter Übersetzungsprozess

Erst kürzlich wurde DIN 8579 „Übersetzungsgerechtes Schreiben“ veröffentlicht, die durch bessere Ausgangstexte für weniger Nachfragen, Übersetzungsfehler und Kosten sorgen soll. Ist der zu übersetzende Text fertig, müssen Auftraggeber:innen Anforderungen an die zu erstellenden Übersetzungen definieren – darunter Budget, Zeitrahmen, Zielsprache(n), Stilvorgaben, Terminologie, Risikolevel etc.
Diese oft sehr individuellen Projektspezifikationen definieren die ebenso individuellen Übersetzungsprozesse, welche durch ISO 17100 und ISO 18587 genormt sind. Was bislang fehlte, ist eine Norm, die sich mit dem Endprodukt des Prozesses befasst.

Objektive Bewertung von Übersetzungsqualität

Damit keine Missverständnisse entstehen: Die neue Norm definiert nicht die Beschaffenheit von Übersetzungen, denn Übersetzungen als solche lassen sich nicht normieren. ISO 5060 baut auf der Qualitätsdefinition der ISO 9001 auf, die Qualität als Grad definiert, in dem Anforderungen an ein Produkt oder eine Dienstleistung erfüllt sind. ISO 5060 betrachtet Übersetzungen als ein solches Produkt, das bestimmte Anforderungen erfüllen muss, und enthält Leitlinien für die analytische und objektive Evaluierung, ob diese Anforderungen erfüllt sind oder nicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Übersetzung nach ISO 17100 (mit humanen Übersetzer:innen) oder nach ISO 18587 (unter Einsatz maschineller Übersetzungssysteme) erstellt wurde.

Anwender:innen finden in ISO 5060 Hilfestellungen für den Aufbau einer Evaluierungsstrategie, für die Auswahl und Definition von Fehlerkategorien, die Durchführung von Evaluierungen und auch für die Erstellung von Evaluationsbögen. Weiterhin finden sich Vorgaben für die Qualifikation von Evaluierenden.
Die Norm verfolgt dabei das Prinzip eines minimalen Komplexitätsgrads, so dass ein möglichst breites Anwenderspektrum mit Hilfe der Norm zu dem Schluss kommen kann, ob eine evaluierte Übersetzung wie beauftragt geliefert wurde oder nicht.

Handwerkszeug für die gesamte Übersetzungsbranche

Die Evaluierung lässt sich dabei intern oder extern und für jeden Prozessschritt durchführen: nach der Übersetzung, nach der Revision oder etwa nach der finalen Lieferung durch einen Übersetzungsdienstleister – je nachdem, wessen Arbeitsergebnis bewertet werden soll. So richtet sich die Norm sowohl an Auftraggeber:innen als auch an Übersetzungsdienstleister, egal ob freiberufliche Übersetzer:innen, Übersetzungsunternehmen oder unternehmensinterne Übersetzungsabteilungen.

Einfach online kommentieren

ISO 5060 wird in das deutsche Normenwerk übernommen und steht bereits als deutschsprachige Fassung zur Verfügung, so dass der erste Check des Norm-Entwurfs E DIN 5060 durch zukünftige Anwender:innen erfolgen kann:

Ab sofort und bis 5. Oktober 2022 kann der Norm-Entwurf im DIN Norm-Entwurfs-Portal kommentiert werden. Expert:innen, die dessen Inhalte mitgestalten möchten, können Kommentare und Änderungsvorschläge abschnittsweise einbringen.

Die Registrierung und der Zugang zum Online-Portal sind kostenfrei. Wie das funktioniert, wird in einem Beitrag oder auch im Benutzerleitfaden anschaulich erklärt.

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